Alltagsauto und Urlaubslimousine?

Der Golf Sportsvan hat den etwas biederen Golf Plus vor einigen Jahren abgelöst. Der Sportsvan sollte dem „Auto für ältere Leute“ ein neues Image geben, das ist auch gelungen, obwohl mir nicht ganz klar ist, ob die reifere Generation mit der neuen Bezeichnung so richtig etwas anfangen kann.
Ich möchte diese Nische innerhalb der Golf-Klasse etwas beleuchten und prüfen ob dieser Wagen im Alltagstest für Menschen im reiferen Alter interessant sein könnte. Die Werbung verspricht außen sportlich innen geräumig!

 

Beginnen möchte ich mit dem Fahrerarbeitsplatz, denn das passende Gestühl ist die halbe Miete beim Fahren. Mit dem „Popometer“ nimmst  Du das Gefühl zum Auto und zur Straße auf, wer gut sitzt, der fährt auch besser! Je optimaler und einfacher sich der Fahrersitz für den jeweiligen Fahrer einstellen lässt, sind desto souveräner und sicherer ist der Wagen zu steuern, deshalb sollte am Fahrersitz nicht gespart werden.
Hier wäre der ergoActive Sitz mit der 14-Wege-Einstellung zu empfehlen. Der getestete Sitz ist beheizbar und einfach elektrisch verstellbar, neben Sitzhöhe und Sitztiefe kann die Neigung der Lehne individuell variiert werden. Eine elektrisch verstellbare Lendenwirbelstütze sorgt bei langen Fahrten für die Entlastung des Rückens und allgemeine Entspannung. Durch die erhöhte Sitzposition speziell im Sportsvan gestaltet sich das Ein- und Aussteigen wesentlich einfacher, aus meiner Sicht besonders das Aussteigen. Ich habe bei unseren Altersgenossen schon seltsame Verrenkungen gesehen, wie sie sich in den Sitz „plumpsen“ lassen oder sich aus dem Auto „hieven“.

Um bei den Sitzen zu bleiben, die Rücksitzbank ist asymmetrisch teilbar (1/3, 2/3) und umlegbar, so wird aus dem Kofferraum eine beachtliche Ladefläche, wenn es mal in den Baumarkt oder zur Deponie geht.
Das ist noch nicht alles, die Rücksitzbank ist auch asymmetrisch verschiebbar, das heißt, Kofferraum bzw. der hintere Fußraum kann um 18 cm vergrößert bzw. verkleinert werden, wenn z.B. Urlaubsgepäck verstaut werden soll. Die Mittelarmlehne mit Durchlademöglichkeit schafft zusätzlichen Komfort für die Fondpassagiere oder eine nützliche Lösung für lange Gegenstände wie Skier oder Gartengeräte.

 

 

 

Bis jetzt haben wir uns um die Fahrzeugsitze und den Fahrzeuginnenraum gekümmert, jetzt wollen wir uns den modernen meist elektronischen Helferlein zuwenden. Du magst jetzt sagen: „Den Schnickschnack habe in den letzten 40 Jahren Autofahren auch nicht gebraucht, das erspar ich mir.“
Wir sollten mal genauer hinschauen was für uns sinnvoll sein kann, denn unsere Augen und Ohren sind in den letzten 40 Jahren wahrscheinlich auch nicht besser geworden und unsere Reaktion war vielleicht auch schon mal besser, natürlich gleicht unsere Fahrpraxis und unsere Erfahrung vieles aus aber eine gewisse Unterstützung könnte manchmal nicht schaden.

Der Front Assist mit City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung

Front Assist kann Auffahrunfälle verhindern.
Geschieht etwas Unvorhergesehenes, schert z.B. auf einer 2spurigen Fahrbahn plötzlich ein Fahrzeug direkt vor Ihnen aus, so wird der Fahrer akustisch, optisch und durch Bremsruck gewarnt, die Vollbremsung wird im System vorbereitet. Wenn der Fahrer nicht oder zu spät übernimmt, wird eine Notbremsung eingeleitet. Das vermeidet den Auffahrunfall oder vermindert die Schwere des Aufpralls.

Fußgängererkennung

Durch Sensoren wird der Bereich vor dem Wagen überwacht, wenn z.B. ein Fußgänger unvermittelt die Fahrbahn betritt wird der Fahrer mit einem akustischen und optischen Signal gewarnt, leitet der Fahrer nicht sofort die Bremsung ein, wird automatisch ein Bremsruck eingesteuert. Gleichzeitig wird im Bremssystem eine Vollbremsung vorbereitet so dass der optimale Bremsdruck zur Verfügung steht, sollte der Fahrer immer noch keine Bremsung eingeleitet haben führt das System im Rahmen seiner Grenzen eine Notbremsung durch. Der Unfall kann vermieden werden.

Automatische Distanzregelung ACC

Ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Vorausfahrenden ist das A und O im Straßenverkehr. Das System misst die Geschwindigkeit und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und sorgt für möglichst gleichbleibenden Abstand. ACC kann Geschwindigkeiten bis max. 210 km/h messen und entsprechend Abstand halten. Ohne Zutun des Fahrers wird der gewählte Abstand zum vorausfahrenden Wagen gehalten bzw. die Geschwindigkeit angepasst, das geht bis zum Stillstand der Fahrzeuge. Bei Fahrzeugen mit DSG Getriebe setzt sich der Wagen nach Stillstand sogar ohne Zutun des Fahrers wieder in Bewegung.

Emergency Assist.

Sollte der Fahrer durch körperliche Einschränkungen, wie plötzliche Übelkeit nicht mehr in der Lage sein das Fahrzeug ordnungsgemäß zu steuern, dann greift der Emergency Assist, der Notfall Assistent ein, er kontrolliert die Aktivitäten des Fahrers. Die automatische Distanzregelung und der Spurhalteassistent arbeiten zusammen und halten das Fahrzeug auf Kurs. Der Fahrer reagiert nicht, dann weisen optische und akustische Signale und ein Bremsruck auf das Eingreifen der Systeme hin, die Warnblinkanlage und leichtes Schlingern des Fahrzeugs zeigen dem übrigen Verkehr die Notsituation, der Wagen kommt automatisch zum Stehen. Der Fahrer kann natürlich durch sein Eingreifen das System überstimmen und wieder aktiv am Geschehen teilnehmen. Ein Unfall kann so im Rahmen der Systemmöglichkeiten vermieden oder die Schäden gemindert werden.

„Blind Spot“-Sensor, der tote Winkel Assistent

Ein weiterer sinnvoller Helfer ist der Blind Spot-Sensor, nicht nur Augen und Ohren lassen oft im Laufe der Jahre etwas nach, auch die körperliche Beweglichkeit. Der Nacken und die Wirbelsäule sind oft nicht mehr so beweglich wie noch in der Jugend. Den Verkehr hinter dem Fahrzeug haben wir mit den Spiegeln im Blick, wie sieht es aber dicht hinter dem Fahrzeug aus, im toten Winkel? Da geht uns mancher Verkehrsteilnehmer, besonders aber gerne Zweiräder „verloren“.
Zusätzlich zum Schulterblick zeigt der „Blind Spot“-Sensor ab einer Geschwindigkeit von 15 km/h durch eine LED Anzeige im Außenspiegel, dass sich ein Fahrzeug von hinten nähert, wird trotzdem der Blinker gesetzt, blinkt die LED Leuchte heller und schneller und kündigt die aktuelle Gefahr an. Der Spurhalteassistent unterstützt sogar mit einem korrigierenden Lenkeingriff innerhalb der Systemgrenzen und warnt vor dem Spurwechsel.

Der Ausparkassistent unterstütz den Fahrer in seinen Systemgrenzen beim Ausparken z.B. aus einer sogenannten Parktasche. Sensoren an den Heckstoßfängern beobachten den querenden Verkehr. Nähert sich ein anderes Auto, ein Radfahrer oder Fußgänger warnt ein akustisches Signal, das System erkennt auch eine drohende Kollision und leitet eine Bremsung ein.
Beide Systeme sollte man in die engere Wahl ziehen, denn viele Unfälle ereignen sich durch Unachtsamkeiten aufgrund von Ereignissen, die hinter dem eigenen Fahrzeug entstehen.

„Park Assist“.

Ob Querparkplatz beispielsweise in Parkhäusern oder Längsparkplatz, der Park Assist macht das schon. Du brauchst lediglich einen Rangierabstand (Fahrzeuglänge plus 80 cm), die allermeisten Fahrer würden dort nicht einparken! Der Assistent erkennt einen entsprechend großen Parkplatz in der Vorbeifahrt mit bis zu 40 km/h, der Parkplatz wird als geeignet angezeigt, einfach anhalten und den Park Assist aktivieren, mit Gas und Bremse mit DSG (Gas-Kupplung-Bremse beim Schaltwagen) den Wagen in den Parkplatz „schieben“ das Lenken und das Korrigieren macht der Assi. Durch den Park Assist soll schon so mancher Wutausbruch ausgeblieben sein und schon mancher Parkrempler wurde verhindert.

Radio und Navigation und Telefonbenutzung

 

 

 

 

 

Das Radio und die Navigation sind neben einigen anderen digitalen Bedienungselementen auf einem Bildschirm ab einer Bildschirmdiagonale von 16,5 cm abgebildet, je nach Ausstattung. Die Navigation ist nahezu selbsterklärend und sollte den berühmten Straßenatlas würdig ersetzen. Je nach persönlichen Ambitionen lässt sich das Info-Center mit Car-Net Guide & Inform mit dem Internet verbinden.

Vom Verfasser favorisierte Fahrzeugausstattung:

Doppelkupplungsgetriebe DSG

Durch die Automatik DSG wird der Fahrer entlastet, er kann sich intensiver auf den Verkehr konzentrieren. Automatisches ruckfreies Schalten und entspanntes Fahren sind die Vorteile, der Fahrer kann aber auch jederzeit in den Schaltvorgang eingreifen.

Panorama-Ausstell – /Schiebedach elektrisch

Der Innenraum ist lichtdurchflutet und wirkt optisch größer. Getöntes Glas oder ein Sonnenrollo schütz vor direkter Sonneneinstrahlung. Das Schiebedach kann relativ weit aufgefahren werden, das „Beinahe-Cabrio“ lässt sich bei mittleren Geschwindigkeiten noch gut und nahezu geräuschfrei fahren. Zur Ent- bzw. Belüftung ist das Aufstelldach ideal.

Rückfahrkamera „Rear View“

Im Display mit der Bildschirmdiagonale 16,5 cm wird der Fahrweg hinter ihrem Fahrzeug 1 zu 1 angezeigt, farblich hervorgehobene Orientierungslinien helfen Dir bei der Annäherung an Hindernisse. Das Ankuppeln von Anhänger wird deutlich einfacher.

Verkehrszeichenerkennung

Verkehrszeichen wie z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Überholverbot werden über eine Kamera im Spiegelfuß auf das Display und die Multifunktionsanzeige eingespielt. Bei z.B. Geschwindigkeitsbegrenzung Ende wird dies wieder angezeigt bzw. die Einblendungen verschwinden wieder. Der Fahrer hat immer die Übersicht welches Zeichen aktuell Gültigkeit hat.

Active Lighting System

Die gute Sicht besonders bei Dunkelheit ist für uns Ältere ein Thema über das wir natürlich nicht gerne reden, uns aber die Relevanz durchaus bewusst ist. Für gute Scheinwerfer und sprich für eine optimale Beleuchtungseinrichtung sollten wir nicht auf den Euro schauen.
Das beginnt damit, wenn der Wagen im Freien geparkt ist und der Funkschlüssel zum Entriegeln bzw. Verriegeln betätigt wird das Fahrzeugumfeld beleuchtet, der Weg vom oder zum Fahrzeug ist beleuchtet, das bedeutet einfach mehr Trittsicherheit.
Tagsüber wird das Auto durch das LED-Tagfahrlicht von anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen.
Die neuen LED-Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht leuchten die Fahrbahn heller und mit großer Reichweite aus, das Kurven- und Abbiegelicht erhellt sogar den Fahrweg beim Abbiegen. Für noch mehr Fahrkomfort und Sicherheit sorgt der Dynamic Light Assist, die Beleuchtung ist dauerhaft auf Fernlicht geschaltet, der Gegenverkehr oder der Vorausverkehr wird durch eine Maskierung im Scheinwerfer ausgeblendet, die Kamera im Spiegelfuß macht das möglich. Das bedeutet, nie wieder Blendung des Gegenverkehrs, die Automatik des Dynamic Light Assist macht dies möglich, eine weitere Entlastung des Fahrers.

Anhängevorrichtung

Wer rastet rostet! Wir haben uns vorgenommen uns mehr zu bewegen, Fahrradfahren wäre ideal aber die Radstrecken um unseren Wohnort kennen wir in- und auswendig. Mit einem Fahrradträger auf der Anhängekupplung können die Räder problemlos auf- und abgeladen werden, der Ausflug ins Grüne kann beginnen.

Über die Motorisierung möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, das muss auf den speziellen Gebrauch abgestimmt werden und sollte nur nach einer ausgiebigen Probefahrt entschieden werden. Der Wagen wird, wie bei Volkswagen üblich, in den Varianten Trendline, Comfortline und Highline angeboten, meistens ist auch noch ein preisoptimiertes Sondermodell aufgelegt.

In meinen Haushalt fährt der zweite Sportsvan einmal mit Diesel und einmal mit Benzinmotor, wir waren und sind mit beiden Wagen sehr zufrieden. Der Wagen bietet für kleine Menschen (unter 160 cm) und für große Menschen (über 190 cm) sehr guten Sitzkomfort und besonders für die Kleineren eine gute Übersicht durch die aufrechte Sitzposition. Der Einstieg und der Ausstieg aus dem Wagen ist gerade für das ältere Bedienpersonal gut geeignet. Man kann sich setzen und beide Beine gleichzeitig einschwenken oder erst rechtes Bein dann linkes Bein, ausreichend Platz ist vorhanden. Ebenso ist zu erwähnen, dass ob Groß oder Klein, jeder eine gute Sitzposition findet. Ausreichend viele und gut verteilte Ablagefächer lassen fast keine Wünsche offen. Der Kofferraum ist eben zu beladen, also z.B. Wasserkisten lassen sich leicht einladen und durch den variablen Ladeboden und durch das Verschieben der Rückbank optimal ausnutzen.
Der Golf Sportsvan ist ein agiler wendiger Wagen im Stadtverkehr aber auch ein idealer Wagen für Urlaubsfahrten, er bietet viel Komfort in Verbindung mit reichlich Platz.