Man kann fast nichts dagegen unternehmen:

In jedem Frühjahr geht das Motorradfieber um, es erfasst „alte Hasen“ auch noch im fortgeschrittenen Alter und „junge Dachse“. Die ersten Sonnenstrahlen locken junge und ältere Motorradinfizierte auf die Straße. Äußerlich unterscheiden sie sich kaum unter ihren Helmen und Motorradkombis, manchmal sind die Älteren etwas fülliger um die Hüfte. Auffallend ist, wenn die Helme abgenommen werden, erscheint sehr oft ein Mensch im fortgeschrittenen Alter.

Wir die Menschen um die berühmten 66 Jahre sind immer häufiger auf dem „Moped“ unterwegs. Die einen sind die „alten Hasen“, die immer schon Motorradfahren, die anderen sind die sogenannten Babyboomer, die sich später ihren Traum von der Freiheit auf zwei Rädern erfüllt haben. Die beruflichen Ziele sind erreicht oder der Ruhestand hat begonnen, das schreit nach einer neuen Herausforderung, denn wer rastet rostet. Was liegt näher, als sich einen lang ersehnten Wunsch zu erfüllen, mit dem Motorrad über Land zu cruisen.

Das wirft die Frage auf, sollte man sich ab einem bestimmten Alter nicht ein anderes Hobby suchen, denn Motorradfahren ist in der Sache doch relativ komplex und auch nicht ganz ungefährlich.

Der Verfasser zählt sich zu den „alten Hasen“ und möchte dazu eine klare Antwort geben: es kommt darauf an!

 

Zum Motorradfahren musst Du körperlich fit sein.

Viele älteren Menschen leiden unter Bluthochdruck, haben Herzprobleme oder sind Diabetiker, diese oder andere Krankheitsbilder sind dem sicheren Fahren auf zwei Rädern nicht unbedingt zuträglich!

Das Motorradfahren vergleiche ich mit Sport, einen Marathonlauf gewinne ich nicht, wenn ich jahrelang auf dem Sofa gesessen habe, mir die Laufschuhe anziehe und losrenne.

Zum sicheren Motorrad fahren brauchst Du

  • Eine extrem hohe Konzentration vom Start bis zum Ziel
  • Eine gute Kondition und Ausdauer
  • Eine gute Koordination von Armen, Fingern, Beinen, Füßen, Zehen und Rumpf
  • Eine gute Beweglichkeit von Kopf und Nacken
  • Eine sehr gute Begabung den Verkehr vorausschauend zu lesen und zu beurteilen
  • Eine Schnelligkeit auf verschiedenste Verkehrslagen zu reagieren

Motorradfahren ist Sport, wenn nicht sogar Hochleistungssport, denn Fehler werden immer schmerzhaft bestraft, das bedeutet: Training, Training, Training! Motorradfahren kann ein Anti-Aging-Rezept sein, denn Geist und Körper werden extrem gefordert.

Vor dem Start sollte nicht nur die Maschine gecheckt werden, sondern zuerst der Pilot.

  • Ist meine Sehkraft noch o.k.
  • Wie steht es um meinen Blutdruck
  • Sind meine Diabeteswerte o.k.
  • Ist mein Herz belastbar
  • Wie steht um meinen Bewegungsapparat und um sonstige Zipperlein
  • Wie steht es um meine Sicherheit in Punkto Ausrüstung

 

Zum sicheren Motorradfahren ist eine gewisse Routine von Vorteil, Fahrsicherheit und Automatismen erhalten sich nur durch ständiges Trainieren und Üben.

Ich habe neulich einen Mann kennengelernt, der mit dem Eintritt in die Rente den Motorradführerschein gemacht hat, mittlerweile ist er fast 75 und begeisterter Motorradfahrer.

Motorradfahren ist an keine Altersgrenze gebunden, ebenso wie Bergsteigen, man muss körperlich und geistig fit sein und in Übung bleiben.

 

Der Verfasser hat sich nach dem Eintritt in den Unruhestand vorgenommen, Ausflüge oder alltägliche Fahrten mit dem geliebten Moped zu unternehmen, denn sicheres Fahren auf zwei Rädern heißt üben, üben, üben.

 

Über interessante Touren werde ich natürlich an dieser Stelle berichten, eine größere Reise nach Italien steht bereits auf dem Wunschzettel für dieses Jahr.

 

Ich wünsche allen Motorradfahrern,  ob jung oder schon ein bisschen älter, eine unfallfreie Saison und viel Spaß bei unserem wunderschönen Hobby.

 

Euer Sixty Six