Grenzenlos unterwegs: Mobilität für Menschen mit Behinderung

 Spezialeinbauten und Fahrhilfen für Menschen mit Behinderung und für Senioren. Grenzenlose Mobilität bietet der Volkswagen Caddy, der  T6  Multivan auch als  Kombi oder sogar als Camper California.

Schon bevor ich die  “66 Jahre” erreicht hatte, beschäftigte ich mich mit der automobilen Mobilität von körperlich eingeschränkten Menschen. Egal ob altersbedingt, durch Unfall oder seit der Geburt behindert.

Der Mensch will beweglich sein.

Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover hat nun ein beispielloses Projekt ins Leben gerufen. Ziel ist es, Menschen mit Handicap anschaulich zu demonstrieren, welche Ein- und Umbauten an Volkswagen Fahrzeugen möglich sind, um durch Unfall oder Krankheit verlorene Mobilität wieder zu erlangen oder im Alter die gewohnte Mobilität zu erhalten.

Dies trägt dazu bei,  durch Informationen  und anschaulich ausgerüstete Demonstrations-Fahrzeuge aufzuzeigen, was alles an Ein- und Umbauten möglich ist um Mobilität zu verleihen und um Mobil zu bleiben. Ein Volkswagen Nutzfahrzeuge-Team um Gerd Schmees informiert in diesem Projekt mit einem speziellen T6 Messe-Truck. Ich hatte Gelegenheit, dabei mithelfen zu können.

 Weilheimer Auto- und Motorradausstellung

Mein erster Einsatz war bei der “ 44. Weilheimer Auto- und Motorradausstellung”, die vom 30. bis zum 31. März 2019 stattfand.  Der spezial ausgebaute T6 Messe-Truck (der größte T6 der Welt) ist eigentlich ein rollender Messestand, mit Rollstuhllift und riesiger Auffahrrampe versehen. Im Inneren kann man z.B. an einem Fahrsimulator üben und Fragen zur behindertengerechten Mobilität von Fachleuten und Experten beantworten lassen.

Ebenfalls dabei war ein  Volkswagen Crafter mit einem Generator zur autarken Stromversorgung und diversem Messe-Equipment an Bord.

Volkswagen Nutzfahrzeuge geht mit gutem Beispiel voran, die beiden Messe-Trucks können durch die Einbauten von Lifts und entsprechenden Fahrhilfen von Rollstuhlfahren gesteuert werden!

Dazu im Schlepptau diverse Volkswagen Caddy und Bulli mit Spezialeinbauten, gebaut für Menschen mit verschiedensten körperlichen Einschränkungen.

Spezial – Ausstellungsfahrzeuge von Volkswagen Nutzfahrzeuge

Gezeigt wurde ein T6 California, ein Bulli mit Camperausbau. Projektleiter Gerd Schmees, selbst Rolli-Fahrer, verbringt zum Beispiel gern seinen Campingurlaub mit der  Familie in einem ähnlichen Fahrzeug.

Rollifahrer als Beifahrer

Zwei Caddy mit einem sogenannten Heckausschnitt und einer Rampe um den im Rollstuhl sitzenden Beifahrer sicher von “A” nach ”B” zu befördern. Ein Begleiter verbringt den Mitfahrer im Rollstuhl über das Heck des Wagens an seinen Rollstuhlplatz und sichert ihn mit definierten Gurten und zusätzlich mit Rücken- und Kopfstützen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine andere Alternative wurde auch gezeigt. Hierbei wird der Beifahrersitz des Caddy mit einer Dreh- und Absenkvorrichtung elektrisch komplett aus dem Wagen gefahren, der Rollifahrer setzt sich vom Rollstuhl auf den Beifahrersitz, der mit Batteriestrom auf die Beifahrerseite gezogen wird.

 

 

 

Rollstuhl – Aktivfahrer

  • Ein weiterer Caddy wurde für Rollstuhl- Aktivfahrer gezeigt. Der Rolli-Pilot fährt mit seinem Rollstuhl an die Fahrerseite seines Wagens, per Fernbedienung öffnet sich die Tür hinter dem Fahrerplatz automatisch, der Rollifahrer wechselt vom Rollstuhl auf den Fahrersitz. Der Fahrer befestigt seinen Rollstuhl mit wenigen Handgriffen an einem automatisch ausgefahrenen Rollstuhlkran, der Rollstuhl wird elektrisch auf einer Schiene hinter dem Fahrersitz verstaut. Jetzt der Clou, die hintere Tür schließt wieder automatisch. Die Fahrt kann beginnen – ohne fremde Hilfe – völlig eigenständig – der Rollifahrer ist wieder “automobil”.

 

 

 

 

 

T6 Multivan für Rolli – Aktivfahrer

  • Das etwas größere Exponat ist der T6 Multivan für Aktivfahrer. Der Rollifahrer öffnet bereits auf dem Weg zu seinem Bulli mit seiner Fernbedienung die rechte Schiebetür, gleichzeitig wird aus dem Kassettenlift am Unterboden des Multivan eine Plattform auf Straßenniveau ausgefahren. Der Rollstuhlfahrer befährt die Plattform und wird elektrisch in das Innere des Bullis “gebeamt”. Der letzte Akt: der Fahrersitz des Bulli wird auf Wunsch elektrisch auf einer Schiene soweit zurückgefahren, dass der Rollstuhlfahrer mühelos auf den Fahrersitz umsetzen kann. Der Rollstuhlfahrer ist jetzt Autofahrer ohne fremde Hilfe – er ist mobil. Dieser Multivan ist zusätzlich mit einem Spezialdach ausgerüstet, der die Kopffreiheit des Wagens um 10 cm erhöht, so wird das Umsetzen vom Rollstuhl in den Fahrersitz Jetzt kommen wieder Praxisbezug und Ingenieurskunst von Volkswagen Nutzfahrzeuge ins Spiel – die Außenhöhe des Multivan bleibt nahezu erhalten – er ist nach wie vor  “Tiefgaragentauglich” – ein großer Produktvorteil gegenüber anderen vergleichbaren Fahrzeugen.

 

 

 

 

 

In Zusammenarbeit mit Aufbauherstellern entstehen Unikate

Dies ist natürlich nur eine “dürftige” Beschreibung der Möglichkeiten, die Volkswagen Nutzfahrzeuge in enger Zusammenarbeit mit verschiedensten Aufbauherstellern bietet. Ein Fahrzeug für körperlich behinderte Menschen ist (fast) immer ein Unikat.

Während der 44. Weilheimer Auto- und Motorradausstellung lernten wir einen jungen Mann kennen, der seinen Multivan bis auf den Messestand fahren durfte. Sein Fahrersitz war auch sein Elektrorollstuhl. Über ein Bedienpult am Rollstuhl dirigierte er Rollstuhl und Multivan, alle Bedienelemente des Autos wurden entweder per Sprachkommando oder Joystick aktiviert, auch die Lenkung. Dieser junge Mann ist trotz starker körperlicher Einschränkung mobil – dank seines “Spezial” umgerüsteten Fahrzeugs. Er kann durch seine automobile Mobilität seinen Beruf ausüben.

Spezielle Seminare

Um das “richtige” Modell und die “richtige” Lösung für den körperlich behinderten Menschen zu finden, bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge spezielle Seminare an. In den Seminaren werden die Verkäufer und andere interessierte Mitarbeiter der Autohäuser geschult um sich auf die besonderen Bedürfnisse von behinderten Menschen einzustellen. Das beginnt mit dem “freien Parkplatz”, dem “schwellenlosen” Zugang ins Autohaus, dem Angebot einer behindertengerechten Toilette bis zum Werkstattservice, wo “Spezialaufträge” an den Einbauten besprochen und umgesetzt werden müssen.

“Auto & Service” PIA GmbH in Weilheim in Oberbayern

Diesen Herausforderungen hat sich das Autohaus “Auto & Service” PIA GmbH in Weilheim in Oberbayern gestellt. Die Nutzfahrzeug-Spezialisten Thorsten Göbel und Markus Einsle haben sich für das Thema “Menschen mit Behinderung” qualifiziert, bieten fachgerechte Beratung und helfen bei der Umsetzung zur entsprechenden Mobilitäts – Lösung.

Gespräche mit Interessenten und deren Angehörigen

In sehr vielen Gesprächen mit behinderten Menschen und deren Angehörigen konnten die Mitarbeiter von “Auto & Service” und das Team um Gerd Schmees von Volkswagen Nutzfahrzeuge aus Hannover Wege zu mehr Mobilität aufzeigen. Es wurden viele Fragen gestellt, die den  Behinderungsgrad, die Planung und Finanzierung und die  Umsetzung des “Projektes” betrafen. Hierbei erwiesen sich die kompetenten Ansprechpartner von Volkswagen Nutzfahrzeuge als verlässliche Partner, die versiert Antworten gaben und neue Wege zu einer individuellen Mobilität aufzeigten.

T6 Truck mit Großbildschirm, Video-Spots und integrierter Sitzecke

In dem T6 – Truck von Volkswagen Nutzfahrzeuge steht den Besuchern ein Großbildschirm zur Verfügung um Video-Spots für Mobilitätslösungen zu zeigen. Für Beratungsgespräche außerhalb der Öffentlichkeit wurde eine Sitzecke eingebaut, eine Küchenzeile mit Kühlschrank und Kaffeemaschine bieten kalte und heiße Erfrischungen. Selbstverständlich wird der Rolli-Fahrer entweder über die Rampe oder über einen Lift ins Innere des Trucks geshuttelt.

 

Absolutes Highlight – der Fahrsimulator

Das absolute Highlight in dem T6 aber ist der Fahrsimulator, in Kombination vermutlich weltweit einmalig. 

Der Simulator erlaubt es Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen einen individuellen Fahrtest zu absolvieren. Wahlweise sind verschiedene Fahrhilfen an diesem Simulator verbaut, wie z.B. Handbediengerät für rechts und links, wahlweise extra leichtgängige Lenkung, Lenkradknauf für Blinken, Licht, Hupe u.s.w., Gaspedal links eingebaut und vieles mehr. Drei  Bildschirme (für Frontscheibe und rechte und linke Seitenfenster bzw. Rückspiegel) sorgen für ein sehr realitätsnahes Fahren im Straßenverkehr. Hat sich der “Fahrer” einmal verschätzt, macht es “knirsch” und nach dem Reset geht die Übungsfahrt ohne Beschädigung weiter. Der behinderte Mensch kann mit “seiner” Fahrhilfe am Simulator üben –  bevor es in den Straßenverkehr mit einem realen Wagen geht.

An dem Fahrsimulator können mit einem anderen Modul die Kraftverhältnisse gemessen werden, die dem Probanden z.B. beim Lenken oder Bremsen an Armen, an Händen oder mit den Fingern zur Verfügung stehen. Diese Messungen können dann zur Planung des erforderliche Bediengerätes herangezogen werden.

 

 

Volkswagen Nutzfahrzeuge Markenbotschafter: Martin Braxenthaler

Eigentlich wäre dies alles schon ziemlich gut für einen gelungenen Messeauftritt, wenn da nicht noch ein besonderes  “Schmankerl” geplant gewesen wäre:

 

der mehrfache Monoski-Weltcupsieger Martin Braxenthaler war Teil des Volkswagen Nutzfahrzeuge- Moderatorenteams. Wenn ich sage “Teil unseres Moderatorenteams”, dann  ist das genau so gemeint

Martin Braxenthaler ist seit 1994 durch einen Betriebsunfall querschnittsgelähmt, ein Jahr später besuchte er einen Monoski-Kurs und der Rest ist bekannt:

Braxenthalers  Erfolge:

  • Neun Weltcup – Gesamtsiege mit Monoski
  • Zahlreiche Siege bei den Paralympics in verschiedenen Disziplinen
  • vielfacher Preisträger verschiedenster Organisationen u.A. wurde ihm zweimal die Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste verliehen

Monoski- Paralympicsieger und Sledge Eishockey Nationalmannschaftsspieler

Martin Braxenthaler hatte für jeden der  Gäste ein offenes Ohr und suchte  für die betroffenen Menschen eine technische Lösung für mehr Mobilität. Mehr noch und ganz besonders wichtig: Martin versuchte den Menschen Mut zu machen, sich nicht in ihr Schicksal zu ergeben, sondern ihr Schicksal anzunehmen und mobil zu meistern!

Ein anderer Spitzensportler, der das Volkswagen-Team ergänzte,  war Roman Pott  aus Hannover. Er ist  seit seiner Geburt gehandicapt  und immer schon “auf Rädern“ unterwegs. Roman spielte aktiv bei den Ice Lions in Langenhagen in der Bundesliga und war in der Deutschen Nationalmannschaft als Sledge Eishockey Spieler sehr erfolgreich.

Wir sehen hier zwei Menschen, die beispielhaft vorleben, wie  man aus einer sehr schwierigen Situation zu einem selbstbestimmten Leben kommen kann.  Beide finden für interessierte Menschen Lösungen, wie das Leben trotz einer Behinderung gemeistert werden kann.

Roman und Martin erklären zudem anderen gerne,  wie man mit speziellen Lösungen von Volkswagen Nutzfahrzeuge langfristig mobil werden oder bleiben kann.

Mein Fazit zu der “ Weilheimer Auto- und Motorradausstellung” 2019

Durch das schöne Frühlingswetter und durch den ungebremsten Reiz an individueller Mobilität wurden an diesem Wochenende viele Menschen aus Weilheim und aus dem Umkreis angelockt. Junge und Alte, einzeln oder in Gruppen, die Besucher scharten sich um unsere Autos, ausgerüstet für Menschen mit Behinderung. Die Resonanz war beeindruckend.

Die Gespräche gingen meist so los:

“Wir wollen nur mal gucken, nee kein eigenes Interesse”.

Nach ein paar Sätzen dann oft folgende Aussagen: “Ich habe einen Vater, einen Bruder, einen Freund usw. mit einer Behinderung. Der oder die könnten sich für eine Fahrhilfe (Beförderungsmöglichkeit) interessieren”.

Dann wurde meist längere Zeit über die Art der Behinderung gesprochen bzw. eine entsprechende Lösungen angedacht.

Dies zeigt mir, dass sich Menschen mit körperlichen Einschränkungen besonders nach “mehr Mobilität” sehnen. Eine gute Beratung im Vorfeld und eine individuelle Lösung für die Betroffenen sind hier entscheidend. Ich freue mich, dass sich bei dieser “Automobil – Ausstellung” das

Autohaus Auto & Service in Weilheim und Volkswagen Nutzfahrzeuge aus Hannover

mit dem Thema “Menschen mit Behinderung” so intensiv engagiert haben.