Meine Vita: Sixty Six

Schon vor dem Eintritt in die Rente – ein Wort, das mir immer noch schwerfällt – war mir klar: du willst noch nicht auf‘s Altenteil, du willst noch etwas unternehmen und Spaß haben! Nahezu alle meine Aufgaben in meiner über 40jährigen aktiven Arbeitszeit haben mir Spaß gemacht, aber dazu später.
Ich habe mir letztendlich etwas ausgesucht, von dem ich bis vor kurzem keine Ahnung hatte und es auch durch Vorurteile bedingt, abgelehnt habe. Ich habe den „ichweisnichtwievielten Blog“ gegründet. Ich schreibe jetzt Briefe- aber nicht auf Papier, sondern im „Internetz“ – elektronisch- ohne Briefmarke- aber gelesen wird’s trotzdem! Erstaunlich. Hätte nicht gedacht, dass das funktioniert…
Der Blog soll Leute so ab 66 Jahre, ohne Grenzen nach oben, aber auch Jüngere, die sich für unsere Themen interessieren, ansprechen.
In den letzten 25 Jahren hatte ich beruflich mit Kommunikation zu tun. Kommunikation ist nie eingleisig, sondern mindestens zweigleisig und möglichst „vielgleisig“. Mein Blog soll keine Einbahnstraße sein, in der einer erzählt, wie das Leben funktioniert und was er für ein toller Hirsch ist. Ich möchte eine Plattform für Menschen im dritten Lebensabschnitt geben und bieten. Der Blog soll ein Forum sein für Leute, die frisch in diesen Lebensabschnitt eingetreten sind, noch ein Stück davorstehen oder bereits mittendrin sind. Der Blog soll als Erfahrungsaustausch dienen, denn wir „Reiferen“ haben ja schon einiges erlebt und einige Lektionen gelernt.
Der Einfachheit halber möchte ich auf das förmliche „Sie“ verzichten und Euch mit einem freundschaftlichen „Du“ ansprechen, denn wir sitzen ja, auf das Alter bezogen, in einem Boot.

Mein Name ist natürlich nicht Sixty Six, den Klarnamen könnt ihr im Impressum nachlesen. Sixty Six deshalb, weil ich genau in diesem Jahr in diese „Bootsklasse“ eingestiegen bin.

Nun zu meinem Lebenslauf:

Ich bin im April 1952 in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg geboren und aufgewachsen, war neben der Schule begeistert im CVJM aktiv unterwegs. Meine kaufmännische Ausbildung absolvierte ich in einem Reisebüro, dort schnupperte ich in die „große weite Welt“. Danach gab mir die Luftwaffe Kleidung, Verpflegung und Unterkunft in Pinneberg, Memmingen und Neubiberg. Nach der Bundeswehr gab es die erste Kursänderung, ich erlernte den Beruf des Fahrlehrers für Autos und Motorräder. Die nächsten zehn Jahre saß ich meist auf dem Beifahrersitz und nur der rechte Arm war im Sommer gebräunt. Aus dieser Zeit kommt meine Freude am Motorradfahren. Im Jahre 1986, als eine große schwäbische Automobilmarke ihren einhundertsten Geburtstag feierte, erlernte ich den Beruf des Automobilverkäufers bei dieser namhaften Marke und war für den Verkauf von Transportern und schweren LKW´s zuständig.
Einige Jahre später, die Nachwendezeit hatte eben begonnen, las ich in den Fachblättern eine Stellenanzeige mit der Überschrift „hätte ich doch nur…..“ (hätte, hätte das war die Geschichte mit der Fahrradkette). Eine noch größere Automobilmarke aus Norddeutschland suchte Berater und Trainer für den damals noch „wilden Osten“. Das war mal wieder eine neue Herausforderung – und bald war ich mit einem Wagen mit dem V und dem W im Emblem in Thüringen unterwegs. In den ca. nächsten 20 Jahren war ich dann als Seminartrainer für Nutzfahrzeuge und Gebrauchtwagen bei dieser Marke in vielen, vielen Hotels im Bundesgebiet unterwegs um Seminare und Workshops abzuhalten. Das waren schon die letzten 25 Arbeitsjahre und jetzt geht es in den Ruhestand oder zu dem, was ich daraus mache!
Ach ja, ein Privatleben habe ich auch, das will ich natürlich nicht verschweigen. Ich war ca.19 Jahre verheiratet, habe einen Sohn und eine Tochter und zwischenzeitlich auch zwei Enkel mit fünf und drei Jahren, er wird Fußballprofi – vermutlich bei Bayern München und sie wird eine berühmte Sängerin.
Und seit nunmehr auch schon wieder 20 Jahren lebe ich in Niedersachsen, wurde aus dem Schwäbischen nach Hannover der Liebe wegen „verschleppt“. Seit 15 Jahren leben meine Lebenspartnerin und ich in einem kleinen Eigenheim in einem kleinen Dorf in der Region Hannover.

….und gerade sitze ich in unserem Garten bei bestem Sonnenschein, den Strohhut auf dem Kopf, Kater Leo (Name darf genannt werden, er hat datenschutzrechtlich keine Einwände) streicht mir um die Beine und ich schreibe die letzten 66 Jahre meines Leben auf. Mit Abstand betrachtet war es eine schöne Zeit, das meiste würde ich genau so oder ähnlich wieder machen.
Das war die Vergangenheit.

Der nächste Lebensabschnitt liegt in der Gegenwart und in der Zukunft, also im Unbekannten, diesen Abschnitt will ich aktiv mitgestalten.

Sixty Six