Moos und Wühlmaus, die Feinde im heimischen Rasen

Der morgentliche Blick in unseren Garten lässt wieder mal meinen Hals auf den doppelten Umfang anschwellen! Eine Wühlmaus oder ein Maulwurf haben über Nacht einen stattlichen Erdhaufen auf meinen Rasen gezaubert. Dazu fällt mir leider keine Lösung ein.
Versuche habe ich schon einige unternommen, diesen, im Untergrund lebenden Hausgenossen loszuwerden. Die meisten Maßnahmen haben, wenn überhaupt, nur zu zufälligem bzw. vorübergehendem Erfolgen geführt.

Jetzt habe ich beschlossen, nachdem ich „Jungrentner“ bin und mir massig an Freizeit zur Verfügung steht, mich lieber dem Thema Moos im Rasen anzunehmen. Lektüre und gute Tipps hierzu gibt es reichlich. Einige davon habe ich im Laufe der letzten Jahre mehr oder weniger halbherzig oder aus Mangel an Zeit ausprobiert. Ich gebe ja zu, dass das Ergebnis meist nicht meinen Vorstellungen entsprach. Und das lag aber vermutlich an mir und meinem mangelhaften Engagement.
Jetzt will ich aber ernsthaft den Kampf gegen das Moos aufnehmen!

Kalken beugt Moosbefall vor

Einen Teil meiner Rasenflächen habe ich Ende März, als das Risiko der starken Nachtfröste zu Ende war, mit Rasenkalk eingestreut. Sollte ein zu saurer Boden die Ursache für den Moosbefall sein, ist Kalken eine gute Methode, um das Nachwachsen des Mooses zu verhindern. Einige Gartenmärkte analysieren für ihre Kunden die Bodenproben aus dem heimischen Garten oder bieten Test-Sets für die Boden-Analyse an. Bei einem leichten, sandigen Boden, wie im meinem Fall, unter einem pH-Wert von 5,5 genügen ca. 150 Gramm pro Quadratmeter. Während man auf lehmigen Böden bei einem Wert ab 6,9 die doppelte Menge Gartenkalk verwenden sollte.
In der Vergangenheit hat Moosvernichter auf Basis Eisensulfat nicht immer den gewünschten Erfolg gebracht, es lässt das Moos zwar absterben, wirkt aber auch als Dünger. Wenn Eisensulfat auf Gehwegplatten oder auf Kleidung kommt, bilden sich hässliche Rostflecken. Auf der Haut und in den Augen kann es nach dem Auftragen zu Reizungen kommen. Schon wegen unserer „Samtpfote“ Leo verzichte ich auf Eisensulfat.
Diese war der erste Streich…und der zweite……
Im zweiten Anlauf, Ende April, es gibt fast keine Nachtfröste mehr, habe ich hochwertigen Rasendünger mit Stickstoff mit dem Streuwagen verteilt. Der Verkäufer im Gartencenter hat mir versichert, dass durch den Dünger auch das Moos zurückgedrängt wird. Wie bestellt, hat es in den nächsten Tagen ausgiebig geregnet.
Mein Rasen hat noch nicht den Begriff Rasen verdient, es war eine fleckige Wiese mit Gras in unterschiedlicher Ausprägung und Farbschattierungen und viel Unkraut und noch mehr Moos. Wir haben das „traurige Elend“ für zwei Wochen verlassen. In unserem Urlaubsrefugium in Italien, welche Ungerechtigkeit – in der Ferienanlage ein dichter Rasenteppich in einem herrlichen Grün. Ein Traum.
Wir haben alles richtig gemacht, herrliches Frühsommerwetter in Italien, Schmuddelwetter mit jeder Menge Wasser von oben in der Heimat.
Jetzt die Überraschung nach unserer Rückkehr. Unsere Wiese ist fast ein Rasen geworden, gleichmäßiges Grün, die vermoosten Flächen sind, wie vom Fachhändler versprochen, nahezu verschwunden und die Halme stehen wie die Soldaten, sind ca. 15 Zentimeter in die Höhe geschossen und zwar dicht an dicht. Einzig die plattgemachten Maulwurfshügel sind noch nicht eingewachsen, diese Flächen muss ich noch nachsäen.
…..und jetzt mache ich mich an die dritte Phase:
Unter den Bäumen und Büschen ist das Moos hartnäckig geblieben und zwar zentimeterdick. Nach Rücksprache mit meinem Gartenmarkt – Fachberater befreie ich diese Stellen mit einer Gartenharke und versuche, so viel wie möglich Moos zu entfernen und so wenig Graswurzeln wie nötig zu verletzen oder auszureißen, was nicht immer gelingt. Diese Flächen bekommen noch etwas Rasenkalk um den pH-Wert zu senken. Nach ein paar Tagen werden diese kahlen oder spärlich bewachsenen Flächen mit etwas Grassamen aufgefüllt und fleißig gewässert und möglichst vor zu intensiver Sonne geschützt. Wenn die neuen Rasenstücke dann das zweite oder dritte Mal gemäht wurden, dürfen auch die jungen Graspflänzchen wieder vorsichtig gedüngt werden.
Mein Berater im Gartencenter, dem ich auch Garten-Fachfragen stellen darf und auch kompetente Fachantworten erhalte, hat mir geraten, während der Gartensaison zwei bis vielleicht sogar dreimal meinen Rasen zu düngen und einmal die Woche zu mähen – aber nicht zu tief abschneiden. Das lässt sich doch machen, ich habe ja jetzt Zeit.
Noch zwei Tipps vom Gartenfachmann: den Rasenmäher nicht zu niedrig einstellen, ein normaler Rasen sollte 3,5 bis 5 cm hoch sein, wer Wert auf einen besonders schönen Zierrasen legt, sollte eine Halmlänge von 2 bis 3,5 cm anstreben.
Bei der Auswahl von Grassamen sollte man nicht sparen, billige Saaten sind oft schnellwachsende Futtergräser. Zum Nachsäen kann der Grassamen mit Blumenerde vermischt und dann aufgebracht werden, der Samen keimt schneller und der Rasen geht bei ausreichender Wässerung früher auf.
Das soll es fürs erste gewesen sein, denn gut Ding braucht Weile, ich will mich nicht zurücklehnen und abwarten, nein ich will mich regelmäßig um meinen Rasen kümmern – versprochen. Über meine Fortschritte oder über meine Misserfolge in Sachen Rasenglück werde ich Euch informieren.
….und morgen werde ich mir als erstes im online-Fachhandel Schilder besorgen mit der Aufschrift „Für Wühlmäuse und Maulwürfe ist der Zutritt verboten“, dann sollte auch dieses Problem behoben sein😊.